Live-Blog zum automotiveIT Kongress –
21. März 2019

„IT und Fachbereiche werden letztendlich miteinander verschmelzen“ – Thomas Mannmeusel (Webasto)

Co-Location von Fachbereichen und IT helfe dabei, sehr zügig an den Kern gewisser Themen heranzukommen, so Mannmeusel. Freiräume zu bieten und Interesse zu zeigen, sei dabei sehr zielführend. Webasto mache damit sehr gute Erfahrungen. In Zukunft sei mit weniger starren Abteilungsgrenzen zu rechnen – An ihre Stelle treten zunehmend Product oder Process Owner.

„In den meisten Fällen gilt: Etwas, was genutzt wird, ist auch nützlich“ – Thomas Mannmeusel (Webasto)

Mannmeusel spricht zudem über das Thema Schatten-IT, das zunehmend an Bedeutung verloren habe. Grund hierfür sei der Umgang der Kollegen innerhalb des Unternehmens: Durch die offene Abstimmung untereinander seien die Mitarbeiter geneigt, die gegenseitigen Anforderungen Ernst zu nehmen und entsprechend zusammen die besten Lösungen für das eigene Unternehmen zu finden. Gleichzeitig gelte es, das Silodenken aufzubrechen: Die perfekte IT-Idee stamme nicht immer aus der IT selbst.


Foto: Faces by Frank

„Brach liegende Flächen findet man nicht aus einer Zentrale heraus und kann sie auch nicht aus einer Zentrale heraus bebauen“ – Thomas Mannmeusel (Webasto)

Mit Blick auf den Digitalen Wandel könne es hilfreich sein, Analogien aus anderen Bereichen zu suchen, erklärt Thomas Mannmeusel, CIO bei Webasto. Das gesellschaftliche Phänomen des Guerilla Gardening könne hier dienlich sein. Hier gehe es mehr um Emotion, um Einfachheit, um die Anpassungsfähigkeit der Ökosysteme, als um Technologien. Ebenso wie beim Guerilla Gardening werde man auch bei der Digitalisierung künftig dezentrale Organisationsformen sehen, die sich organisch entwickeln. Monolithische Konzepte seien eher nicht für die neuen Herausforderungen geeignet.

Durch die freie Zeit der Insassen ermögliche das autonome Fahren ganz neue Services und Plattformen im Fahrzeug. Doch auch ohne menschliche Fahrgäste könnten neue Dienste rund um autonome Fahrzeuge entstehen – etwa im Lieferverkehr oder im Mobile Business. Als Beispiel für derartige Möglichkeiten führt Wehinger das Fahrzeugkonzept Toyota e-Palette an, das je nach Anwendungsfall um verschiedene Module ergänzt werden kann.

Im Anschluss spricht Wehinger über die neuen Geschäftsmodelle, die sich auf Basis autonomer Fahrzeuge eröffnen. Das enorme Potential der Technologie erkläre sich unter anderem durch die Möglichkeit der höheren Auslastung einzelner Fahrzeuge und somit eine deutliche Verkleinerung des Fahrzeugbestandes. Darüber hinaus ermöglichen selbstfahrende Fahrzeuge jedoch eine Vielzahl neuer Services. Der Grund hierfür sei die zentrale Ressource für entsprechende Geschäftsmodelle im autonomen Fahrzeug: Die frei gewordene Zeit der Insassen.


Foto: Faces by Frank

„Es gibt keine Musterlösung für die digitale Transformation“ – Jan Wehinger (MHP)

Als nächstes betritt Jan Wehinger, Partner bei MHP die Bühne. In seinem Vortrag unter dem Motto „Change und Chance“ diskutiert der Experte die Möglichkeiten, die sich der Autobranche durch die Plattformökonomie und Veränderungen der Arbeitswelt eröffnen. Die digitale Transformation setze sich aus zwei Elementen zusammen, so Wehinger: Der Digitalisierung von Wertschöpfungsketten und Prozessen, sowie der Transformation von Geschäftsmodellen. Das Ziel: Eine Veränderung auf beiden Ebenen hin zu neuen Geschäftsmodellen auf Basis digitaler Technologie.

Innerhalb der eigenen Organisation betrachte man zudem Sicherheit und User Experience als zwei Seiten einer Medaille. Dementsprechend arbeiten die zuständigen Teams eng zusammen. Silos innerhalb des Unternehmens werden durch interdisziplinär arbeitenden, agil organisierte Teams aufgelöst.


Foto: Faces by Frank