Live-Blog zum automotiveIT Kongress –
21. März 2019

Im Handel unterstützt die Opel-IT das Händlernetz unter anderem mit Empfehlungen zu gefragten Ausstattungen auf Basis von Big Data-Analysen. Im Bereich der digitalen Kundenansprache habe man etwa neue Systeme zum Monitoring der eigenen Bestellung durch den Kunden eingeführt. Gleichzeitig wurde eine Konsolidierung der Rechenzentren sowie deren Integration mit PSA-Strukturen durchgeführt und die IT-Security neu aufgestellt. 

„Trotz aller Prozessoptimierungen haben wir natürlich die Innovationen nicht aus den Augen gelassen. Die digitale Customer Excperience, Big Data und Cloud-Dienste wurden sukzessive ausgebaut“ – Thomas Külpp (Opel)

Die konkrete Umstellung der Systemlandschaft Opels vollzieht sich in mehreren Stationen. Zunächst mussten neue Lizenzen für Softwarelösungen beschafft und die Application Ownership übertragen werden. Um einen optimalen Support zu gewährleisten, wurden zudem bei PSA Kompetenzen aufgebaut. Gleichzeitig sieht sich Opel neuen Herausforderungen gegenübergestellt: Etwa dem geplanten Marktstart in Russland, dem neuen Werk im polnischen Tichy, das von Beginn an auf PSA-Systeme eingestellt wurde sowie dem Thema WLTP. 


Foto: Faces by Frank

„Wir werden noch einige Jahre brauchen, bis wir den Übergang in die PSA-Systeme abgeschlossen haben“ – Thomas Külpp (Opel)

Als letzter Redner vor der Kaffeepause beschreibt Opels IT-Chef Thomas Külpp die Integration der eigenen Systemwelt in die IT-Landschaft des neuen Mutterkonzerns PSA. Eine große Herausforderung, wie der IT-Experte betont: Unter anderem, da die eigene IT im GM-Konzern auf starkes Insourcing mit zentralem Fokus auf Standorte in den USA gesetzt hatte. Zunächst mussten rund 1.350 Systeme von GM übernommen werden, die anschließend in die Landschaft von PSA migriert werden mussten. Den Anfang bei der eigenen IT-Migration machte bei Opel der Bereich Engineering. Die Maßgabe: Neue Fahrzeugmodelle sollten direkt in den Tools der neuen Konzernmutter entwickelt werden. 

„Technisch ist es sicherlich möglich, die aus autonomen Fahrzeugen generierten Daten DSGVO-konform abzubilden“ – Matthias Bauhammer (DXC Technology)

So komme es vor allem in Zukunft darauf an, eine große Testflotte für Level 3 und Level 4-Fahrfunktionen aufzubauen, um an reale Fahrdaten zu kommen. Ohne künstliche Intelligenz könne man die Millionen an Testkilometern aber nicht sammeln, führt Bauhammer weiter aus. Daher sollten die OEMs auch verstärkt auf KI-Algorithmen setzen.


Foto: Faces by Frank

„Wir müssen den Spagat zwischen gesellschaftlicher Akzeptanz und Technologiefortschritt schaffen“ – Matthias Bauhammer (DXC Technology)

Auf das BMW-Trio folgt Matthias Bauhammer, Head of Automotive COE Analytics bei DXC Technology. In seinem Vortrag stellt Bauhammer die Frage, wer das Rennen um das autonome Fahren gewinnen wird. Man habe untersucht, was für die Entwicklung des autonomesn Fahrens notwendig sei, so Bauhammer. Man werde dabei jedenfalls nicht mehr mit klassischen Methoden zu Lösungen kommen. Um die Challenge anzunehmen, gelte es, sich an Realitäten zu halten und vorwiegend die beiden Themen Daten und Komplexität anzugehen.

Als Grundlage des eigenen Erfolges betrachtet Motus vor allem die Organisation der eigenen Mitarbeiter. Einerseits, so die Empfehlung des Experten, sollte die Größe einzelner Teams acht Personen nicht überschreiten. Andererseits müsse auch der Product Owner neue Aufgaben erlernen: Ihm selbst sei es zunächst schwer gefallen, sich nicht in die eigenständige Arbeitsweise der Mitarbeiter einzumischen, gesteht Motus.

„Wir gehen nicht mehr auf klassische Industriesoftware sondern nutzen innovative Technologien wie etwa aus dem Gaming“ – Daniel Motus (BMW)

Wie die agile Arbeit bei BMW innerhalb der einzelnen Produkte aussieht, zeigt nun Daniel Motus, Product Owner Design & Virtual Product Experience, auf. Unter anderem hat Motus‘ Team an der Interieurs-Entwicklung des 1er BMW mitgewirkt und dabei in hohem Maße auf Mixed und Virtual Reality gesetzt. Statt Standard-Industrietools sei innerhalb der eigenen Arbeit stärker Open Source- und Game-Engine-Software genutzt worden. Eine Stärke der eigenen Vorgehensweise sei unter anderem die Möglichkeit gewesen, schnell zu scheitern und die eigene Strategie ebenso schnell neu auszurichten, erklärt Motus.